Einmal den höchsten Berg der Erde, den Mount Everest mit eigenen Augen zu sehen war ein seit Jahren gehegter Wunsch gewesen. Das Ziel schien immer relativ fern, aufgrund der tatsächlichen Entfernung, der nicht alltäglichen Anreise und des fehlendes Know-Hows, was die Organisation und Durchführung von einer solchen Abenteuerreise angeht.
Nach einiger Recherche und dem Vergleichen mehrerer Anbieter bin ich jedoch auf die Trekkingtour von „Meine Welt Reisen“ gestoßen. Von Anfang an fühlte ich mich abgeholt: Positive Rezensionen, ein schnell und gut erreichbares Team und; was wohl bei einer solchen Tour am wichtigsten ist: ein sehr gut durchgeplanter Reiseverlauf. Relativ schnell war klar, dass dies der Anbieter werden würde, mit dem ich mir meinen Traum erfüllen werde.
Nach wochenlanger Vorbereitung saß ich dann am 20.04.2026 im Flugzeug nach Kathmandu, voller Vorfreude auf das, was so lange unerreichbar schien. Bereits im Flugzeug traf ich 3 meiner 7 Mitstreiter:innen. Wir alle waren gleichermaßen müde von der langen Anreise, wie auch glücklich, endlich auf der anderen Seite der Welt zu landen. Unser Hauptguide Sachin empfing uns herzlich mit Blumenkränzen am Flughafen von Kathmandu. Während der ca. 30 minütigen Fahrt zum Hotel, in dem schon der Rest der Reisegruppe auf uns wartete, erhaschten wir erste Blicke auf das emsige Treiben der nepalesischen Hauptstadt.
Nach dem ersten Kennenlernen und einem gemeinsamen Essen am ersten Abend, folgte am nächsten Tag eine Stadtführung, die uns allen einen kleinen positiven Kulturschock verpasste. Die hinduistische und buddhistische Kultur Nepals konnte man an fast jeder Ecke aufsaugen. Wir besichtigten Stupas, Tempel und hinduistische Heiligtümer. Am Abend hieß es bereits: Packen für die nächsten 14 Tage, denn früh am nächsten Morgen ging unser Flug nach Lukla, dem Startpunkt unserer Trekking-Tour.
Nach dem Kennenlernen unserer 2 Hilfsguides Sonam und Brobin, sowie unserer 4 Träger starteten wir voller Energie in den ersten Trekkingtag. Nach ca. 2 Stunden gab es die erste Teepause mit dem berühmten „Ginger Lemon Honey Tee“, der uns fortan jeden Tag begleiten würde. Nach weiteren 2 Stunden folgte die Mittagspause, bis wir mit einigen Kilometern hinter uns die erste Lodge in Pakhding erreichten.
Die folgenden Tage verliefen immer ähnlich, wobei die Aussicht auf die immer höher werdenden Eisriesen immer besser, und die Distanz zu den höchsten Bergen der Welt immer geringer wurde. Nach dem Frühstück um 07:00 Uhr starteten wir um 08:00 zum nächsten Etappenziel, zwischendrin immer wieder Teepausen mit dem berühmten Ingwertee und leckeren Nudeln, Kartoffeln, Reis oder Sandwiches zum Mittag. Man merkte schon am 2. Tag: wir sind hier nicht mehr auf 50m über dem Meeresspiegel. Von Tag zu Tag musste man öfter mal durchatmen und beim Gehen darauf achten, immer sein eigenes Tempo beizubehalten, um nicht vollkommen „pustig“ zu werden. Leider bekam ein Mitglied unserer Gruppe zwischendrin eine Mischung aus Höhenkrankheit und Migräne, sodass sie mit einem der 3 Guides wieder absteigen musste und einige Tage in der Bergstadt Namche Bazar verbrachte. Sie war darüber jedoch im Nachhinein sehr glücklich, denn sie hat unglaublich viel Kultur mitbekommen und viele Verbindungen, gerade zu den lokalen Kindern aufbauen können.
Der Rest von uns stieg immer weiter auf, mit einigen gut geplanten Tagen zur Akklimatisierung (natürliche Anpassung an die Höhe/Sauerstoff). Je weiter wir kamen, desto näher rückte das Ziel unserer Reise: das Basislager des Mount Everest. Und endlich war der Tag gekommen: am 01.05.2026 starteten wir schon früh in Lobuche auf ca. 4.900m unseren Aufstieg zum Everest Basecamp. Gegen Mittag sahen wir das Ziel von einem kleinen Bergkamm nur noch wenige Kilometer entfernt, und plötzlich gingen alle wie von selbst nochmal einen Schritt schneller. Gegen 14:00 war es geschafft. Wir standen auf 5.364m am Basislager vorm Dach der Welt, und fast jeder musste sich eine kleine Träne verdrücken. Wochen- oder monatelang hatten wir uns vorbereitet und diesem Tag entgegengefiebert, wir waren tagelang stundenlang gewandert, teilweise ohne Dusche oder Strom, sind nachts aufgewacht, weil die Luft im Liegen knapp wurde. Das alles war in dem Moment vergessen, als wir diesen legendären Ort selbst nicht nur sehen, sondern auch betreten durften. Auch im Nachhinein scheint es noch teilweise unwirklich, dass wir inmitten dieser Zeltstadt standen zwischen Menschen, die wirklich bis nach oben gehen. Alles, was man vorher an eventuellen Strapazen gemeistert hatte, zahlte sich in diesem Moment aus. Glücklich und erschöpft schleppten wir uns zurück nach Gorakshep auf ca. 5.100m, wo wir unsere letzte Nacht in dieser enormen Höhe verbringen würden.
Am Morgen des 02.05.2026 standen 3 aus unserer Gruppe, mich eingeschlossen schon um 03:30 Uhr auf, um den nahen Aussichtshügel Kala Patthar zu besteigen. Von hier hat man eine tolle Sicht auf den Mount Everest im Sonnenaufgang. 2 Std. Aufstieg, ca. 500 Höhenmeter im Dunkeln, im Schnee und mit eisigem Wind standen wir am Gipfel des Kala Patthar auf 5.634m und sahen bei Sonnenaufgang…nichts. So schön das Wetter beim gesamten Aufstieg die Tage zuvor gewesen war, so diesig und neblig war es an diesem Morgen, sodass sich der Everest leider nicht zeigte. Schade zwar, aber wir waren trotzdem glücklich, uns noch bis auf diese große Höhe gewagt zu haben, auch wenn man uns nicht mit der schönen Aussicht belohnte.
Die weiteren Tage vergingen wie im Flug. 4 Tage brauchten wir, um wieder über Namche Bazar bis Lukla abzusteigen. Es waren lange Etappen, aber die Aussicht auf ein Yak-Steak oder eine warme Dusche trieben uns alle weiter an. Am letzten Abend feierten alle zusammen eine Abschiedsparty mit Guides, Trägern und Teilnehmern in Lukla. Alle waren geschafft, aber glücklich.
Am nächsten Morgen verzögerte sich witterungsbedingt unser Flug nach Kathmandu. Wir hatten, zurück in der Hauptstadt trotzdem genug Zeit, noch zu entspannen oder Souvenirs zu besorgen. Am nächsten und letzten vollen Tag besichtigten wir erneut einige Tempel und Museen.
Dann hieß es schon: Verabschieden von allen, mit denen man die letzten 3 Wochen verbracht hatte. Wir waren nicht nur Mitglieder einer fremden Reisegruppe, wir waren alle so eng zusammengewachsen, wie man es nur selten erlebt. Sich gemeinsam zu pushen und durchzuschleppen, die gleichen Sorgen und Nöte, aber auch die gleichen Ziele und Freuden zu verfolgen, hat uns nicht nur von Anfang an verbunden, sondern direkt zusammengeschweißt.
Zurück in Deutschland sind nun ca. 1,5 Wochen vergangen, seit ich wieder hier gelandet bin. Jedem, der mich gefragt hat wie die Reise war, habe ich gewissermaßen das Gleiche geantwortet:
Es war eine unglaubliche Erfahrung und etwas, das man nie vergessen wird. Sich gemeinsam mit anderen einen Traum zu erfüllen, sich selbst zurückzunehmen und als Gemeinschaft zu funktionieren, sich auf das Nötigste zu beschränken und einfach immer weiterzumachen, nicht aufzugeben und am Ende das zu erreichen, wofür man eigentlich da ist, kann man wohl auf alles im Leben übertragen. Ich vermute, dass diese Erkenntnis das wertvollste ist, was ich von dieser Reise mitnehmen durfte.