Im Februar 2026 erfüllte ich mir einen schon lange gehegten Wunsch – „Gipfelhopping in Ecuador“. Auch wenn die Wetterbedingungen (jahreszeitbedingt) nicht immer ideal waren, bleibt diese Tour für mich eine rundum außergewöhnliche und perfekt organisierte Erfahrung.
Bereits im Vorfeld fiel die persönliche und enge Betreuung durch Alexander Fleischer auf. Da die Reise nur mit einer sehr kleinen Gruppe stattfand, entstand von Anfang an eine angenehme, fast familiäre Atmosphäre. Ich fühlte mich hervorragend vorbereitet, sodass die unvermeidliche Aufregung vor der Reise und den großen Gipfeln ausschließlich positiver Natur war.
Das gesamte Programm war sehr ausgewogen gestaltet. Neben dem eigentlichen Schwerpunkt – dem Bergsteigen – bot die Reise immer wieder interessante kulturelle Einblicke und abwechslungsreiche Eindrücke von Land und Leuten. Besonders überzeugend war für mich die durchdachte Akklimatisationsplanung. Im Vergleich zu anderen Programmen verschiedener Anbieter, die ich im Vorfeld intensiv verglichen hatte, wirkte dieses Konzept für mich deutlich stimmiger. Dadurch fühlte ich mich optimal vorbereitet auf die beiden großen Ziele der Reise: den Cotopaxi und den Chimborazo.
Ein entscheidender Faktor für die Gipfelerfolge war ohne Zweifel der Bergführer Juan. Seine Betreuung war sowohl menschlich als auch technisch herausragend. Bereits zu Beginn zeigte sich, mit wie viel Engagement und Leidenschaft Juan unterwegs war. Bei der Besteigung des Fuya Fuya, dem ersten Berg der Reise, bot er morgens von sich aus an, zusätzlich zum geplanten Wandergipfel auch den etwas höheren Hauptgipfel zu besteigen. Dafür nahm er extra ein Seil mit, denn der finale Abschnitt erforderte leichte Kletterei und eine entsprechende Sicherung. Diese spontane Bereitschaft, mehr möglich zu machen als ursprünglich vorgesehen, war keineswegs selbstverständlich und machte den Tag zu einem ganz besonderen Erlebnis. Schon dort wurde deutlich, dass Juan nicht nur ein äußerst kompetenter, sondern auch außergewöhnlich motivierter und engagierter Bergführer war. Daneben vermittelten seine Ruhe, Erfahrung und Professionalität jederzeit absolute Sicherheit.
Am Cotopaxi war zunächst unklar, ob eine Besteigung über den Normalweg aufgrund der Lawinengefahr überhaupt möglich sein würde. Bereits kurz nach unserem nächtlichen Aufbruch kamen uns mehrere Gruppen entgegen, deren Führer wegen der gefährlichen Bedingungen zum Umkehren geraten hatten. Juan kannte die Situation jedoch genau und entschied sich für eine alternative, objektiv sichere Route. Diese führte durch einen eindrucksvollen Eisbruch und machte den Aufstieg sogar noch spannender und alpiner als erwartet. Dafür musste Juan teilweise selbst hüfthoch durch den Schnee spuren – eine Leistung, die alles andere als selbstverständlich ist. Pünktlich zum Sonnenaufgang erreichten wir den Gipfel, begleitet nur von wenigen anderen Gruppen, die unserer Spur gefolgt waren. Zwar blieb uns aufgrund dichter Bewölkung der große Ausblick und leider auch der Einblick in den Vulkankrater verwehrt, doch die besondere Stimmung und das Erlebnis selbst machten den Aufstieg dennoch unvergesslich.
Einige Tage später stand mit dem Chimborazo der Höhepunkt der Reise bevor – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Unsicherheit war hier sogar noch größer, denn seit über einer Woche hatte aufgrund der schwierigen Verhältnisse keine Gruppe mehr den Gipfel erreicht. Doch auch hier bewies Juan sein Können: Mit großem Gespür für die Sicherheitslage und stets aufmerksam gegenüber der Lawinengefahr spurte er einen neuen Weg durch den Schnee Richtung Gipfel. Wieder erreichten wir pünktlich zum Sonnenaufgang den Gipfel des Chimborazo – des, vom Erdmittelpunkt aus gemessen, höchsten Berges der Erde. Für einen kurzen Moment rissen die Wolken auf und gaben den Blick auf die umliegenden Anden frei, bevor sich das Wetter erneut schloss. Dieser Augenblick dort oben bleibt für mich unvergesslich.
Ein ganz besonderes Highlight folgte anschließend: Vom Hochlager durfte ich mit Skiern abfahren – nachdem Juan zuvor die Ski und Skischuhe mit hinaufgetragen hatte, um mir dieses unvergleichliche Erlebnis bieten zu können. Auch das zeigt, mit wie viel Engagement und Leidenschaft diese Reise begleitet wurde.
Obwohl das Wetter während der Tour oft wechselhaft war und sich die großen Panoramen nur selten zeigten, bin ich insgesamt vollkommen begeistert von dieser Reise zurückgekehrt. Alle Besteigungen haben funktioniert, die Organisation war hervorragend, die Unterkünfte ausgezeichnet und die gesamte Durchführung ausgesprochen professionell. Es bleibt die Erinnerung an eine intensive, bestens geplante und außergewöhnlich persönliche Bergreise in den ecuadorianischen Anden.