Mitte Oktober 2025 war es endlich soweit und es ging los via Lima nach Cusco zur Erfüllung eines Jugendtraumes: die Durchquerung des Ökosystems Amazonas von West nach Ost, zu großen Teilen auf Zuflüssen des oder schließlich auch auf dem Amazonas selbst, dem wasserreichsten Fluss der Erde!
Zunächst hatten wir noch ein Vorprogramm. Wenn man schon in Cusco ist, wollten wir uns die sagenhafte Inka-Stadt Machu Picchu nicht entgehen lassen; und das hat sich mehr als gelohnt. Die Zugfahrt nach Agua Caliente ist schon ein Highlight, die sehr gut erhaltene Ruine ist überwältigend. Auch Cusco selbst ist eine freundliche, bunte und sehr sehenswerte Stadt, die bereits auf 3400 m liegt. Tags drauf trafen wir dann unsere „Expeditionsgruppe“ und unseren Guide Willi am Flughafen in Cusco und los ging es über das Andenhochland runter in das Amazonasbecken an den Eingang des Manu Nationalparks.
Dort bestiegen wir dann tagsdrauf unser Expeditionsboot, um die nächsten Tage auf dem Rio Madre de Dios zu verbringen, der uns vom Südosten Perus in den Norden nach Boliviens bringen sollte. Die Reise auf dem Fluss empfanden wir als extrem entspannt, beinahe schon meditativ; bis heute sind wir verblüfft, was unser Koch Joseph mit seinem Team unter einfachsten Bedingungen morgens, mittags und abends auf „den Tisch stellte“. Einfach großartig.
Wir haben soviel gesehen und erlebt; kleine Siedlungen der Matsiguenka-Indianer, Hot Springs mitten im Dschungel – herrlich zum Baden, eine Papageien Salzleckstelle mit unzähligen rot-bunten, prächtigen Aras. Und immer wieder haben wir an besonderen Orten angehalten und waren überall herzlich willkommen.
Auch die Tierwelt, die sich zeigt oder auch nicht war fantastisch: Faultier, Tapir, eine wunderschöne Boa esmeralda, Kaimane, Riesenotter, Wasserschweine und auch kleine Insekten etc Es muss einem aber immer klar sein, Vieles kann nix muss. Wir glauben aber, dass wir dank unseres sehr erfahrenen guide Willi sehr gute Karten hatten. Nach einem kurzen Abstecher in die Zivilisation, nach Puerto Maldonado (hier hat die warme Dusche und das „eigene“ Bett auch mal wieder gut getan) ging es wieder tief in den Dschungel zu einem beeindruckenden Schamanen, der uns seinen Kräuterwald gezeigt, erklärt und demonstriert hat.
Ob die Versorgung offener Wunden oder aber auch Magen-Darm-Probleme – er hatte für sämtliche Wehwehchen das passende Mittel – sensationell. Die Nacht auf den Feldbetten mitten im Dschungel war für uns ein weiteres Highlight. Uns war nicht bewusst, wie laut und dennoch beruhigend die Natur dort ist. Das muss einem aber sehr klar sein, wenn man diese Reise macht: man verlässt die gewohnte Komfortzone für einige Zeit. Dazu gehört nicht nur die Übernachtung draußen oder in wirklich spartanischen Unterkünften, sondern auch die Absenz gewohnter hygienischer Standards wie Warmwasser oder Duschen; wir haben uns auch aus 15m Tiefe in einem Eimer Brunnenwasser hochgezogen – und was soll ich sagen: Selten hab ich mich so sauber gefühlt: du entnimmst es der Erde, benutzt es und gibst es ihr zurück.
Ein weiteres Highlight war die Einreise nach Bolivien; tags zuvor waren Wahlen und so leider unser angepeilter Grenzposten geschlossen. Das bedeutete einen Umweg von 500km bis an die brasilianische Grenze. In einem Jeep ohne Federung, bei 40 Grad ohne Klimaanlage und Straßen, die wir nicht als solche bezeichnen würden. 18 Stunden waren wir unterwegs und die Stimmung war dennoch super. Das lag zu einem großen Teil wirklich an Willi, der immer souverän, entspannt aber hochprofessionell agierte und stets alles unter Kontrolle hatte. Die gesamte Orga war brilliant. Und wir kamen ja auch in Riberalta in Bolivien an!! Von dort ging es nach zwei Tagen weiter nach Porto Velho, in Brasilien und nach einer Nacht direkt weiter nach Manaus, eine pulsierende und spannende Stadt.
Von hier aus sind wir dann auch zum „Treffpunkt der Gewässer“ gefahren; der Rio Negro (dunkel und klar), trifft auf den Rio Solomoes (eher trüb und kaffeebraun) und es dauert eine ganze Weile, bis sich diese beiden Flüsse dann zum Amazonas vereinigen. Die nächste Station war für uns der Frachthafen von Manaus. Von dort sind wir 36h auf einem Frachter nach Senterem gefahren; unser Bett war die Hängematte und es war grandios! Ob abends bei einem Bier am Oberdeck oder auch morgens zum Sonnenaufgang über dem hier gewaltigen Amazonas, es sind Bilder entstanden, die wir nicht vergessen werden.
Das wir am Ende unserer Reise pünktlich zum Weltklimagipfel nach Belem kamen, war uns nicht bewusst und wir waren dankbar für die nochmalige dreitägige „Auszeit“ auf der Ilha de Marajo, der größten Insel Brasiliens mit dem besten Steak, das wir je gegessen haben! Wir hatten eine unbeschreibliche Zeit!!! Wichtig ist, dass man sich einlässt und wirklich fit ist; denn es ist auch anstrengend, unberechenbar, herausfordernd, aber am Ende jedes einzelnen Tages
GROßARTIG. Ein riesiges Dankeschön an euch alle!