Sehenswürdigkeiten in Bolivien
Entdecken Sie das Bergparadies Südamerikas
Bolivien ist voll von Sehenswürdigkeiten und Naturwundern. Das Land ist bunt und einzigartig, die Menschen unglaublich gastfreundlich. Trotzdem gilt eine Bolivien-Rundreise noch immer als Geheimtipp. Wenn Sie die Schönheit dieses Landes für sich erschließen möchten, sollten Sie sich unbedingt vorab mit den Sehenswürdigkeiten vertraut machen, um Ihre Reise entsprechend zu planen. Auch wenn Bolivien unzählige Höhepunkte zu bieten hat, haben wir die besten für Sie zusammengefasst. Die aufgelisteten Highlights sind nur eine kleine Auswahl dessen, was bei einer Tour durch Bolivien entdeckt werden kann.
La Paz – höchstgelegener Regierungssitz der Welt
Wer in Bolivien nach Sehenswürdigkeiten Ausschau halten möchte, sollte am besten direkt in La Paz beginnen. La Paz ist in vielerlei Hinsicht eine Stadt der Superlative. Der tiefste Punkt der drittgrößten Stadt Boliviens liegt bei etwa 3.000 Höhenmetern, der Flughafen in der Oberstadt namens El Alto rund 1.000 Meter höher. La Paz ist somit nicht nur der höchste Regierungssitz der Welt, sondern auch die Stadt mit dem größten Höhenunterschied innerhalb der Stadtgrenzen.
Das Seilbahnnetz in La Paz
Um diese Höhenunterschiede zu überbrücken, aber auch, um dem immer stärker ausufernden Verkehr Herr zu werden, wurde in La Paz ein umfangreiches und sehr modernes Seilbahnnetz errichtet. Die Seilbahnen verkehren wie U-Bahnen in anderen Städten, mit dem Unterschied, dass aus der Seilbahn heraus die Aussicht auf die Stadt und die umliegende Natur der Anden atemberaubend ist. Wer mit dem Flugzeug anreist, kann bereits bei der Fahrt ins Tal diesen Rundblick genießen, doch es lohnt sich, auch ohne festes Ziel in die Seilbahn zu steigen. Das Seilbahnnetz ist nicht nur das weltweit größte, sondern auch das höchstgelegene.
La Paz und seine Märkte
Die Märkte in La Paz sind so vielfältig und farbenfroh wie die typischen Kleidungsstücke in leuchtenden Farben. Auf den Märkten bieten oftmals indigene Händler ihre Waren an. Der wohl bekannteste ist der Hexenmarkt. Der Mercado de las Brujas bietet den indigenen Einwohnern alles, was sie für ihre Rituale und Opfergaben an Mutter Erde (Pachamama) benötigen: Lama-Föten, Weihrauch, Kräuter, Talismane und andere Kuriositäten. Wem das nicht zusagt, der findet hier Schmuck und Kunsthandwerk, die landestypischen Panflöten und natürlich Stoffe und Textilien aus Alpakawolle.
Der Hexenmarkt liegt unweit der Straße Sagarnaga, welche mit ihren vielen kleinen Geschäften, lokalen Reiseveranstaltern und Restaurants zum zentralen Plaza San Francisco führt. Auf diesem großen Platz ist immer etwas los und meistens herrscht hier ein buntes Treiben von Künstlern. Benannt wurde der Platz nach der Kirche San Francisco, die für ihre Steinschnitzereien bekannt ist. Es ist möglich auf das Dach der Kirche zu steigen und die Aussicht auf die Umgebung zu genießen. Unweit des Plaza San Francisco befindet sich der Plaza Murillo. Hier stehen sowohl der alte Regierungspalast, als auch das neue Regierungsgebäude. Auch die Kathedrale mit ihren kunstvoll verzierten Fenstern hat hier ihren Platz.
Im Stadtteil Miraflores liegt nicht nur eines der höchsten Fußballstadien der Welt. Die Skyways, hoch angelegte Fußwege, bieten einen eindrucksvollen Blick über die Stadt. Bei Miraflores steht auch das Freilufttheater. Hier befindet sich das größte Wandgemälde der Stadt, auf dem zahlreiche historische Figuren der bolivianischen Geschichte abgebildet sind.
Das 1845 eröffnete Teatro Municipal de La Paz ist das älteste Südamerikas und seine Ausstattung ist zum großen Teil noch original. Hier finden regelmäßig Konzerte, Theater- und Tanzaufführungen statt.
Die Cocapflanze hat einen so hohen Stellenwert in Bolivien, dass ihr in La Paz ein eigenes Museum gewidmet wurde. Das Museo de Coca bietet Ihnen einen Einblick in die Verwendung und die Traditionen rund um die Pflanze. Ein Teil der Ausstellung widmet sich der Herstellung von Kokain und wirft einen kritischen Blick darauf.
Unternehmungen rund um die Hauptstadt Boliviens
In und rund um La Paz gibt es viele verschiedene faszinierende Aussichtspunkte, welche Ihnen vor Augen führen, wie riesig die Stadt ist und wie weit sie sich durch das Bergland zieht. Der schönste von allen ist der Killi-Killi Aussichtspunkt. Wer ihn während der Bolivien-Reise bei Sonnenuntergang besucht, kann miterleben, wie der zweithöchste Berg Boliviens, der Illimani, zu leuchten beginnt.
Dies ist nur eine kleine Auswahl der lohnenswerten Unternehmungen in La Paz. Die Stadt ist aber auch ein idealer Ausgangspunkt für den Besuch von Boliviens Sehenswürdigkeiten.
Kolonialprachtstück Sucre
„Herz Boliviens“ nennen die Einwohner Sucres ihre Stadt. Und sie übertreiben nicht. Bei Boliviens Highlights nimmt sie für etliche den ersten Platz ein. Sie gilt als die schönste Stadt Boliviens und die am besten erhaltene Kolonialstadt Südamerikas. 1992 wurde sie in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten aufgenommen. Sie ist unter Boliviens Sehenswürdigkeiten damit eine der bedeutendsten. Auch wenn die Regierung inzwischen in La Paz ihren Sitz hat, so ist Sucre immer noch die verfassungsmäßige Hauptstadt Boliviens.
Die Stadt wurde 1538 von den Spaniern gegründet und auch heute noch erinnern die weißen Häuser und die vielen Kirchen an Andalusien. Die Kirche San Felipe gilt dabei als die eindrucksvollste. Von ihrem Dach bietet sich Besuchern ein malerischer Panoramablick.
Im Jahr 1809 begann General Don Antonio José de Sucre von Sucre aus seinen Kampf für die Unabhängigkeit Boliviens. Ihm zu Ehren trägt die Stadt heute ihren Namen. Wer sich für Geschichte interessiert, kann sich in der Casa de la Libertad mit dem Museum informieren und den ehemaligen Regierungspalast besichtigen.
Neben alledem ist Sucre für seine Schokoladenspezialitäten bekannt und eine Shopping-Tour auf der Fußgängermeile Peatonal Junin lohnt sich sehr.
Potosi mit der berühmten Silbermine Cerro Rico
Potosi war einst eine der reichsten Städte der Welt. Im frühen 17. Jahrhundert sicherte das riesige Silbervorkommen im Berg Cerro Rico und weiteren umliegenden diesen Reichtum. Heute sind die Vorräte fast erschöpft, nur noch Zinn- und Zink-Erze werden gefördert. Die Mienen können besichtigt werden und Besucher können sich ein Bild von den unverändert harten Arbeitsbedingungen der Minenarbeiter machen.
Doch die höchste Großstadt der Welt hat neben den Minen noch mehr zu bieten. Seit 1987 steht Potosi in der UNESCO-Weltkulturerbe-Liste. Die engen Gassen mit den alten Häusern aus der Kolonialzeit haben einen speziellen, leicht maroden Charme. 36 Kirchen aus der Barockzeit können in der Stadt besichtigt werden. Die Casa de la Moneda, das Haus des Geldes, war einst das wichtigste Gebäude der Stadt. Auch hier lohnt sich ein Besuch. Beim Bummel über einen der Märkte haben Besucher die Möglichkeit, originelle Andenken, die in der Region hergestellt wurden, zu erwerben.
Tarija – Kolonialstadt mit höchstem Weinanbaugebiet der Welt
Die 1574 gegründete Stadt Tarija zeichnet neben ihrer kolonialen Vergangenheit vor allem ihre Lage auf knapp 2.000 Metern über dem Meeresspiegel aus. Bereits die Mönche, die im 16. Jahrhundert als Missionare ins Land kamen, erkannten, dass in dem milden Klima ein guter Wein wachsen würde. Sie pflanzten die ersten Reben und legten den Grundstein für die Weinbautradition, die sich bis heute fortsetzt. Neben ihrer Besonderheit als höchstes Weinbaugebiet der Welt, ragt die Stadt durch ihr geschichtsträchtiges Erbe heraus. Aufgrund der roten Ziegel auf den weißen Häusern trägt sie den Beinamen „Rote Stadt“.
Der Titicacasee – Peru und Bolivien
Als „bolivianisches Meer“ wird der Titicacasee oft bezeichnet. Er ist der höchste für die kommerzielle Schifffahrt genutzte See der Welt und liegt eingebettet zwischen den Bergen des Hochlands der Anden auf einer Höhe von 3.800 Metern. Mit dem Bus von La Paz aus ist der Wallfahrtsort Copacabana am See in rund dreieinhalb Stunden zu erreichen.
Der Legende nach soll Inti, der Sonnengott, den ersten Inka auf die Sonneninsel geschickt haben, um von hier aus das Inka-Reich aufzubauen. Die Isla del Sol ist die größte Insel im See und beherbergt neben der reizvollen Landschaft auch viele Zeugnisse der Inka-Kultur. Unter anderem können der Inkatempel in Yumani, das Goldmuseum und ein Inka-Labyrinth besichtigt werden. Doch die 11 Kilometer lange und 4,5 Kilometer breite Insel eignet sich auch für alle, die nur wandern oder spazieren gehen möchten. Sie ist autofrei und bietet beste Voraussetzungen, um zu entschleunigen. Eine Bootsfahrt von rund 45 Minuten von der Sonneninsel entfernt liegt die Mondinsel. Die kleine Isla de la Luna ist vor allem bekannt für ihren gut erhaltenen Tempel der Jungfrauen. Beide Inseln sind von Copacabana aus mit dem Boot zu erreichen.
Nahe dem südöstlichen Ufer des Titicacasees liegen die Ruinen von Tiwanaku, eine der höchsten Städte, die jemals gebaut wurden. Oft werden die Überreste der Stadt auch als „Machu Picchu Boliviens“ bezeichnet. Die Ruinen stammen vermutlich aus der Zeit von 1.500 vor Christus. 500 Jahre lang wuchs damals aus einer kleinen Siedlung eine riesige Stadt, das Ritual- und Verwaltungszentrum der Aymara-Kultur. Tiwanaku war das heilige Zentrum der Andenregion und Pilger kamen von weit her, um hier die Götter zu verehren. Seit 2000 zählt die Ruinenstadt zum Weltkulturerbe der UNESCO. In einem kleinen Museum sind Fundstücke ausgestellt und Besucher können mehr über die Aymara-Kultur erfahren.
Das kleine Copacabana auf der gleichnamigen Halbinsel gilt als der schönste Ort auf bolivianischer Seite des Sees und er ist zweifelsohne eine der lohnenswertesten von Boliviens Sehenswürdigkeiten. Er kann auf eine 3.000-jährige Geschichte zurückblicken. Bereits die Inkas lebten hier und errichteten ihre Kultstätten. Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist die Wallfahrtskirche mit ihrer aus dunklem Holz geschnitzten Madonna. Ihr zu Ehren findet jedes Jahr am 5. August eine Prozession und ein großes Fest statt. Im Rest des Jahres geht es in dem malerischen Städtchen eher gemächlich zu. Copacabana ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen auf dem Yampupata Trek, vorbei an kleinen Dörfern, Ruinen und Grotten. Nur einen Spaziergang weit entfernt ist der Horca del Inca auf dem Hausberg von Copacabana, dem Klavierberg, der eine herrliche Aussicht bietet.
Die Küche Boliviens – Kulinarik, ein besonderes Highlight
Die Küche des Landes gehört zweifelsohne in Bolivien zu den Highlights und wer durch Bolivien eine Reise macht, sollte es nicht versäumen, regionale Spezialitäten zu probieren. Einige gehen auf die Zeit der Inkas zurück und sind Teil des kulturellen Erbes. Hauptbestandteil der Gerichte sind Kartoffeln oder Mais. Es gibt mehrere hundert Arten von Kartoffeln in Bolivien, die eine Vielzahl von Zubereitungsmöglichkeiten bieten. Auch Mais wird nicht nur in der in Europa angebauten gelben Variante angeboten. Quinoa, das als neues Superfood gepriesene Pseudogetreide, kann hier regional genossen werden. Als Fleischbeilage werden meist Rind oder Huhn gereicht. Eine außergewöhnliche Spezialität sind Chunos, luftgetrocknete Kartoffeln. Auch Ceviche ist in Bolivien ein regionales Gericht. Salteñas sind Teigtaschen, die oft auch bolivianische Empanadas genannt werden.
Ob im Restaurant, auf den Märkten oder am Straßenrand: frisch gepresste Säfte aus den Früchten des Landes werden überall angeboten. Sie werden oft mit Wasser oder Milch gemischt. Beliebte Heißgetränke sind neben bolivianischem Kaffee auch Mate de Coca, für welchen Cocablätter mit heißem Wasser übergossen werden. Dieser Tee hilft auch gegen die Höhenkrankheit. Nach dem Genuss ist jedermann, der in Bolivien auf der Reise ist, bereit für neue Entdeckungen.