Hundeschlitten fahren
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Hundeschlitten fahren

Ein Kurzurlaub zur Hundeschlittentour nach Finnland

Es gibt immer viel zu tun im Büro von Meine Welt-Reisen. Aber bei allem Alltag darf das Abenteuer natürlich nicht zu kurz kommen. Ich nutze ein paar freie Tage für einen Kurzurlaub in Lappland. Unsere „Taste of Lapland“-Reise ist für meinen Freiraum genau das richtige. Fünf intensive Tage in Finnland. Durch Hundeschlittentour, Schneemobil-Raserei, Schneeschuhwanderei und finnischer Sauna randvoll gepackt mit allem, was das Herz begehrt. Ein bisschen Klischee, na klar, aber genau das richtige am Ende eines kuriosen und stressigen Jahres.

Ihr Reiseexperte

Ronny Friedrich

Ab ins schneeverschneite Nordfinnland

Es ist früh. Draußen ziehen nur leuchtende Linien am Zugfenster vorbei. Ich halte meinen Kaffee in der Hand und bin noch nicht ganz wach, aber voller Vorfreude auf meine kurze Hundeschlittentour in Finnland. Der ICE bringt mich von Leipzig nach Frankfurt. Ich steige in das Flugzeug nach Helsinki. Manch einen mag es wundern, wie klein mein Koffer für eine Woche im Norden Finnlands ist. Natürlich weiß ich, wie kalt es dort werden kann. Gerade im Winter sind Minusgrade im zweistelligen Bereich keine Seltenheit. Aber ich kann mich auf meine Lieblingskleidung fokussieren, denn alles Notwendige wird mir vor Ort gestellt werden. Alles, von den Schuhen bis zur Mütze, wird im Hotel für mich bereitliegen. Ich muss in Finnland auf meiner Hundeschlittentour also nicht mit schlotternden Beinen und absterbenden Fingern auf den Kufen stehen. Ein beruhigender Gedanke.

Wir landen in Helsinki, ich wechsele in den Flieger nach Kittilä. Noch weiter nördlich. Für den Transport vor Ort nach Muonio ist gesorgt. Die Reise klang auf dem Papier schrecklich, ist aber tatsächlich ganz angenehm. Aus dem Fenster sehe ich nun tiefverschneite Landschaften. Unberührter glänzender Schnee, soweit das Auge reicht. Bisschen Klischee, denke ich mir und grinse.

Auf Hundeschlittentour – mein Finnland-Highlight

Wirklich fest geschlafen habe ich heute nicht. Das Hotel ist komfortabel, keine Frage, aber ich muss gestehen, ich war ein wenig nervös. Auf die Hundeschlittentour hier in Finnland habe ich mich nämlich mit am meisten gefreut. Umso schöner natürlich, dass sie gleich am Anfang meiner Reise liegt. Heute steht echt alles im Zeichen dieser tollen Tiere. Die Frage mag absurd klingen, aber: würden mich die Hunde akzeptieren? Am Ende habe ich es ja jetzt doch mit Lebewesen zu tun, da steckt man nicht einfach den Zündschlüssel ins Schlüsselloch und gut ist’s. Hunde können ziemlich starrsinnig sein – werde ich der Starrsinnigere sein?

Natürlich waren meine Bedenken fehl am Platz. Gleich nach der Ankunft an der Husky-Farm kommt mir mit wedelndem Schwanz einer der Hunde entgegen. Togo heißt der Rüde und ironischerweise wird gerade er das Leittier meines Gespanns werden. Vor Ort nehmen sich die ausgebildeten Hundeschlittenführer alle Zeit der Welt, mir die Hunde vorzustellen und alle nötigen Techniken zu erklären. Musher heißen sie. Und ein Musher werde ich jetzt auch werden. Zumindest einer von Ehren wegen.

Plötzlich stehe ich auf den Kufen meines eigenen Hundeschlittens. Togo an der Spitze, neben und hinter ihm fünf weitere hoch motivierte Hunde. Sie können es gar nicht abwarten, loszurennen. Also gut. Einmal die kalte Winterluft Lapplands eingeatmet und ab geht die Post! Auf geht’s, auf meine erste Hundeschlittentour quer durch Finnland. Man glaubt es kaum, aber man verfällt in einen wahren Rausch der Geschwindigkeit. 20 Stundenkilometer hören sich wenig an, aber quer durch die finnische Wildnis, das scharfe Geräusch des zerschnittenen Schnees in den Ohren und die Kälte des Gegenwinds einem ins Gesicht preschend, da kann man sich schon mal fühlen wie mit dem Cabriolet bei 200 Sachen auf einer deutschen Autobahn. Nur halt etwas frischer.

Anscheinend kennen die Hunde nur zwei Geschwindigkeiten: „Stopp!“ und „Rennt euch eure gottverdammten Seelen aus dem Leib!“ Aber sie horchen auf’s Wort. Bremsen funktioniert. Kurven auch. Im Nachhinein erfahre ich, dass man gewettet habe, wie oft ich Bekanntschaft mit der Zentrifugalkraft mache. Wäre anscheinend typisch, ein paar Mal von den Kufen zu fliegen. Aber ich hielt meinen Mann standhaft. Vielleicht ja doch ein Naturtalent? Vielleicht ja Musher doch nicht nur ehrenhalber?

Entspannung mit Schneeschuhen und Sauna

Diese Hundeschlittentour hier in Finnland muss ich erstmal sacken lassen. Irgendwie dann doch ziemlich cool, dass dieser Kurzurlaub nicht total mit irgendwelchen Veranstaltungen zugepflastert ist. Aber irgendetwas will ich heute trotzdem machen. Für einen Tag im Bett, bin ich schließlich nicht nach Lappland geflogen. Ich lasse mich ein bisschen inspirieren. Was könnte eine Hundeschlittentour in Finnland denn toppen? Ice Floating oder Fat Biking, Eisangeln oder eine Rentierschlittenfahrt? Die Fülle meiner Möglichkeiten erschlägt mich ein bisschen. Will ich die Hundeschlittentour in Finnland überhaupt übertreffen? Ich beschließe es ruhig angehen zu lassen und entscheide mich für eine Schneeschuhwanderung. Ja, das ist genau das Richtige für heute!

Ich bin ein bisschen irritiert, als mir die Dame am Tresen zwei kleine Skier rüberreicht. So sehen Schneeschuhe heute aus? Seltsamerweise habe ich immer noch das Bild tennisschlägerartiger Varianten im Hinterkopf. So viel zu Thema Klischee. Die Sonne strahlt vom Himmel und wir sind nur wenige Zähler von den Plusgraden entfernt. Es tut so gut die enorme finnische Landschaft einmal bei einer moderaten Geschwindigkeit zu erleben. So traumhaft sind diese ewigen weiten mit ihren dezenten Hügeln und den unter der Schneekuppe schwer tragenden Bäumen.

Nach einer leckeren Portion Lohikeitto, der traditionellen finnischen Fischsuppe, beschließe ich, den Tag ganz angenehm bei einem noch traditionelleren finnischen Saunagang ausklingen zu lassen. Heute ist es zwar nicht so kalt wie gestern, aber immer noch kalt genug, als dass ich mich vor nichts und niemandem dafür rechtfertigen muss. Ja, so ein entspannter Tag muss auch mal sein, vor allem nach einem solchen Jahr.

Mit dem Schneemobil zum Polarlicht

Am nächsten Tag dann doch wieder Rausch der Geschwindigkeit. Aber ich bin bereit! Mit dem Schneemobil geht es rasante 30 Kilometer querfeldein durch Finnland. Keine Hundeschlittentour, aber auch ein Erlebnis, das man nicht alle Tage bekommt. Vor allem, wenn es auch noch anfängt zu schneien und man durch die tobenden Flocken hindurch brettert. Wo auch wären in Deutschland jemals wieder solche Schneemassen zu erwarten?

Aber dieser Wahnsinnstag hat noch viel mehr in Petto. Man muss ein bisschen Glück haben, keine Frage, aber anscheinend ist mir Fortuna ohnehin gewogen in diesen Kurzurlaub. Kurzerhand beschlossen wir den Abend bei einem Lagerfeuer in der hotelnahen Wildnis ausklingen zu lassen. Am prasselnden Feuer, die intensiv leuchtenden Sterne über sich, allein das bietet schon eine tiefe Befriedigung. Aber plötzlich beginnt der Himmel zu flackern. Ein smaragdgrüner Vorhang erhebt sich. Das Polarlicht scheint. Mit seiner magischen, schier unnatürlich wirkenden Strahlkraft, ist es eines der schönsten Naturspektakel, die ich je gesehen habe. Und ich habe schon viel gesehen. Mir verschlägt es den Atem. Ich merke, wie meine Augen etwas feucht werden.

Für eine Hundeschlittentour in Finnland bin ich nach Lappland gereist. So viel mehr habe ich bekommen. Es war kurzer Urlaub, eine notwendige Auszeit und auch eine verdiente Belohnung. Wenn ich tags darauf in den Flieger nach Deutschland steige, werde ich um viele einzigartige Erfahrungen reicher sein. So schön kann ein Klischee manchmal sein.

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