Bolivien Porträt
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Bolivien Porträt

Bolivien-Informationen: Porträt des abwechslungsreichen und ursprünglichen Reiselandes in Südamerikas

Fakten über Bolivien

Ländername: Bolivien

Fläche: 1.099.000 km²

Hauptstadt: Sucre (237.480 Einwohner)

Regierungssitz: La Paz (757.184 Einwohner)

Amtssprache: Spanisch, Quechua und Aymara

Einwohner: ca. 12,4 Millionen

Bevölkerungsdichte: 11,1 Einwohner je km²

Währung: Boliviano

Zeitzone: Bolivia Time (BOT), UTC – 4 Std.

Landesvorwahl: +591

Kennzeichen: BOL

Landesflagge: rot/gelb/grün Querstreifen

Nationalfeiertag: Tag der Unabhängigkeit von Spanien am 6. August

 

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Bolivien Flagge

Die abwechslungsreiche Geografie Boliviens

In zentraler Lage Südamerikas liegt das großflächige Binnenland Bolivien, umgeben von Brasilien, Paraguay, Argentinien, Chile und Peru. Durch den Westen Boliviens zieht sich die Gebirgskette der Anden, welche durch das Hochplateau namens Altiplano in zwei parallel verlaufende Gebirgszüge, die sogenannten Cordilleras, aufgeteilt wird. Die westliche Cordillera verläuft entlang der Grenzen zu Peru und Chile, die östliche von Peru bis hinunter nach Argentinien. Auf der Hochebene des Altiplano liegt in einer Höhe von 3.800 Metern der Titicacasee. 

Er ist einer der größten Seen Südamerikas und zugleich der höchstgelegene kommerziell schiffbare See weltweit. An die Gebirgsregion schließen im Osten die subtropischen Yungas an. Die beiden langgestreckten Täler dieser Region bilden den Übergang zwischen der alpinen Zone der Anden und der tropischen Tiefebene im Osten des Landes. Das Amazonasbecken umfasst mit seinen Regenwaldflächen den gesamten Norden und Nordosten Boliviens. Im Südwesten Boliviens liegt die Salzwüste, Salar de Uyuni, welche durch die Austrocknung eines urtümlichen Salzsees entstand.

Boliviens drei Klimazonen

Bolivien unterteilt sich in drei Klimazonen. Die kalte Hochlandzone liegt in der Andenregion und auf dem Altiplano in Höhen von über 3.000 Metern.

In den Gebirgsregionen unter 3.000 Metern und in den subtropischen Yungas, östlich der Anden erstreckt sich die gemäßigte Talzone. Im Tiefland breitet sich die tropische Waldzone in Höhen zwischen 100 und 300 Metern aus. Erfahren Sie mehr über das Klima und die beste Reisezeit in Bolivien.

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Hochlandklima

In der kalten Hochlandzone treten nur geringe Temperaturschwankungen zwischen 17 und 19 Grad im Jahresverlauf auf. Jedoch sind die Nächte, insbesondere im Sommer, deutlich kälter als die Tage. Im Juni und Juli fallen die Nachttemperaturen sogar unter den Gefrierpunkt. An der Ostseite der Anden kommt es häufiger zu Niederschlägen, die Zone vom ewigem Schnee und Eis beginnt bei 5.300 Metern.

Klima in der gemäßigten Talzone

Die Täler des Yungas gehören zu den regenreichen Gebieten Boliviens, wobei im Juni und Juli die Regenmenge abnimmt. Zwischen November und April herrscht eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit. Die Temperaturen liegen in den tiefen Tälern das ganze Jahr über konstant bei 26 bis 29 Grad. Die Nächte kühlen relativ stark ab.

Witterungsbedingungen im bolivianischen Tiefland

In den nördlichen Tiefebenen liegen die Temperaturen ganzjährig um die 30 Grad. Die Luftfeuchtigkeit ist dort sehr hoch und es kommt häufig zu Niederschlägen und Gewittern, teils mit Hagelschauern. Feuchttropisches bis trockenes Klima prägt die zentrale Tiefebene. Der Nordostpassat bringt von Oktober bis April Regenschauer mit sich. In der Trockenzeit von Mai bis September fällt kaum Regen.

Die Geschichte Boliviens

Die Siedlungsgeschichte Boliviens ist bis ins siebte Jahrtausend vor Christus zurückzuverfolgen. Bäuerliche Strukturen entwickelten sich auf dem Altiplano circa ab 2.500 vor Christus. Daneben existierten bis rund 200 nach Christus nomadische Kulturen. Eine Hochkultur mit Tempelanlagen, steinernen Bauwerken, Textilien und Keramiken bestand am Ostufer des Titicacasees ungefähr zwischen 400 und 1.200 nach Christus. Ab dem 13. Jahrhundert siedelten sich die Aymara im Gebiet des Titicacasees an. Im 15. Jahrhundert übernahmen schließlich die aus Peru eingewanderten Inkas die Herrschaft.

Die spanische Kolonialzeit begann am Anfang des 16. Jahrhunderts und dauerte fast 300 Jahre lang an. Die Unabhängigkeit erreichte das Land erst am 6. August 1825 nach dem Sieg über die Spanier in der Schlacht bei Ayacucho. Infolge der Unabhängigkeit kam es zu innenpolitischen Konflikten, stetigen Machtwechseln und zahlreichen Revolutionen, die das Land nachhaltig schwächten. 

Im Salpeterkrieg gegen Chile verlor Bolivien mit der Provinz Antofagasta seinen Zugang zum Meer und wurde ein reiner Binnenstaat. Nach einem kurzzeitigen Wirtschaftsboom um 1900 folgten kriegerische Auseinandersetzungen mit Brasilien und Paraguay, die zu großen weiteren Verlusten des Staatsgebiets sowie einer weiteren Schwächung Boliviens führten.

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Staat und Politik Boliviens

Nach einer Phase der Diktatur und Militärdiktatur von 1964 bis 1971 fand die erste demokratische Wahl eines Präsidenten 1982 statt. Politisch instabile Zustände setzten sich jedoch mit zahlreichen Neuwahlen und einer extrem hohen Inflation bis 1993 fort. Der bis 1997 amtierende Präsident Lozada brachte zwar einige wichtige Reformen auf den Weg, allerdings hielt die Korruption im Land an. 

Die indigene Bevölkerung sah sich weiterhin benachteiligt und setzte unter Führung von Evo Morales den Rücktritt des Präsidenten durch. Morales regierte daraufhin das Land von 2005 bis zu seinem erzwungenen Rücktritt 2019, infolgedessen er nach Argentinien ins Exil floh. Derzeit amtierender Präsident ist Luis Acre, ein politischer Weggefährte Morales, der nach einer einjährigen Übergangsregierung 2020 ins Amt kam. Die Staatsführung erfolgt im Wege einer präsidialen Demokratie mit einem Zweikammerparlament.

Die Wirtschaft Boliviens

Bolivien gehört zu den ärmsten Ländern Südamerikas, wobei Bauern und die indigene Bevölkerung überdurchschnittlich stark von Armut betroffen sind. Positive Tendenzen für das Land in seiner Gesamtheit sind jedoch abzusehen. Ein gutes Zeichen ist die niedrige aktuelle Inflationsrate, die Preisstabilität signalisiert. Gleichzeitig ist ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts und ein Rückgang der Arbeitslosenquote zu verzeichnen. Ein großer Handlungsbedarf besteht dagegen beim Schutz natürlicher Ressourcen, denn Rodungen in den Regenwäldern des Amazonasgebiets nehmen in Bolivien ein sehr hohes Ausmaß an, was mit dem Klimaschutz nicht vereinbar ist.

Tourismus in Bolivien

Bolivien hat für Touristen mit seinen vielfältigen Naturlandschaften in drei unterschiedlichen Klimazonen einen großen Reiz. Das Hochland der Anden, die im Osten anschließenden Täler, die Tiefebenen und das artenreiche Amazonasbecken lassen eine abwechslungsreiche Reiseplanung zu. Gelebte Traditionen spiegeln sich in den farbenfrohen Trachten der indigenen Volksgruppen und den jährlichen Festen wider. Ein sehr beliebtes Urlaubsziel ist der auf 3.800 Metern gelegene Titicacasee, hinter dessen Ufern sich die überwältigende Bergkulisse der Anden erhebt. Einflüsse der Kolonialzeit sind in der Architektur der großen Städte wie La Paz, Potosí und Sucre noch erlebbar. Mit jährlich 180.000 ankommenden Reisenden steckt der Tourismus in Bolivien noch in den Kinderschuhen. Erleben Sie Bolivien bei einer klassischen Rundreise oder gehen Sie auf eine unvergessliche Trekkingtour durch Bolivien. 

Ethnien und Religionen in Bolivien

Mehr als 30 verschiedene Ethnien umfasst die multikulturelle Gesellschaft Boliviens. Zu 70 % besteht die bolivianische Bevölkerung aus Mestizen, also Menschen mit einer kombinierten indigenen und europäischen Abstammung. Die Indigenen, das heißt die Ureinwohner des Landes, machen heute noch einen Anteil von 20 % der Einwohner Boliviens aus. Weiße sind in der bolivianischen Gesellschaft als Nachfahren der Spanier oder Einwanderer aus Europa in einem kleinen Umfang von 5 % vertreten. 1 % Afro-Bolivianer halten sich als Nachkommen ehemals als Sklaven verschleppter Afrikaner im Land auf. Daneben leben Einwanderer verschiedener asiatischer Staaten hauptsächlich in den Städten La Paz, El Alto und Santa Cruz de la Sierra.

Zu über 90 % bekennen sich die Bolivianer zur römisch-katholischen Glaubensrichtung. Ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung gehört der Evangelisch-methodistischen Kirche Boliviens und der evangelischen Freikirche der Mennoniten an. Einige Ureinwohner des Landes praktizieren noch Urreligionen.

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Bedeutung der Familie in Bolivien

In Bolivien hat die Familie, genauso wie in anderen südamerikanischen Ländern, eine enorme Bedeutung. Vor allem auf dem Land sind ein familiärer Zusammenhalt und Strukturen, die jedem Familienmitglied bestimmte Aufgaben zuweisen, elementar. Die Familienverbände sind patriarchalisch organisiert, was bedeutet, dass Männer bevorzugt behandelt werden und alle Entscheidungen eigenmächtig fällen. In den größeren Städten Boliviens oder durch Migration weicht das traditionelle bolivianische Familienbild jedoch langsam auf.

Die bolivianische Kochkunst

Mehr als zweihundert Kartoffelsorten und siebenundsiebzig verschiedene Maissorten sind wichtige Grundnahrungsmittel in der bolivianischen Küche. Zusammen mit weiteren Gemüsesorten, Erdnüssen, Rind, Schweinefleisch und Huhn bilden sie die Grundlage für unzählige kulinarische Kreationen, die sich in den vielfältigen Regionen Boliviens voneinander unterscheiden. Zu den bekannten typischen Gerichten Boliviens gehören die Fleischspieße Anticucho, die gegrillt mit Erdnusssoße serviert werden. Eine typische Zubereitung aus den bolivianischen Tälern ist Chajchu, bestehend aus Rinderhackfleisch, das mit Bohnen, Kartoffeln und Zwiebeln gekocht wird.

Unsere beliebtesten Bolivien-Touren

Von einfachen Wanderungen bis zu schweren alpin Touren bietet Bolivien viele Möglichkeiten. 

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