Erfahrung Ararat Besteigung
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Erfahrung Ararat Besteigung

Die Erfahrung Ararat Besteigung 08.07. - 20.07.2023

Unsere Ararat-Besteigung, der höchste Berg der Türkei (5.137m) 

Nachdem uns im vorigen Jahr die Gipfelsucht am Kilimanjaro gepackt hatte, wollten wir mal den Berg Ararat in Ostanatolien angehen. Die Höhenangaben sind widersprüchlich, mal werden 5165 m, woanders 5137 m angegeben: Egal, auf geht’s was Neues entdecken 🙂. Die Anreise ist immer nervig. Da wir dieses Mal in einer größeren Gruppe reisten, nahmen wir schon einen Tag eher Hotel in Berlin, um erste Mit-Abenteurer zu treffen. Der Flug ging zeitig und so landeten wir reichlich 2 Stunden später in dem riesigen Istanbuler Flughafen. Hier waren wir dann als Reisegruppe komplett. Wie groß die Türkei ist, wurde uns bewusst als wir wenig später fast nochmal so lange in den Osten des Landes, nach Van in Anatolien flogen. Hektisch, laut und verdammt heiß, das waren unsere ersten Eindrücke. 

Die Ankunft in Van

Unser Guide Firat begrüßte uns hier, ein junger, lustiger und sehr bemühter Kurde. Im Hotel bekamen wir erste Eindrücke, dass die Uhren in Ostanatolien etwas anders tickten. Bei manchen ging die Dusche nicht, bei anderen lag die benutzte Wäsche vom letzten Gast im Zimmer. Und Bier gab’s schon gar nicht im Hotel, muslimisches Land eben, meine Nackenhaare stellten sich auf 🙂. Außerdem hatte unser Reiseleiter Timo von Meine Welt Reisen ein „Bierverbot“ vor dem Berg ausgegeben. Aber alle waren sehr bemüht und wir ja sowieso flexibel. Deswegen führte uns Firat nach dem ersehnten Essen paar Kilometer weiter in eine der seltenen Bars, wo Alkohol verkauft wurde. Gute Stimmung kam auf. Der Wirt versuchte uns am Ende noch übers Ohr zu hauen, sodass wir den folgenden Abend Bier im Supermarkt kauften und im Zimmer tranken. Aber die gute Laune sollte uns die ganze Reise hinweg begleiten. Vor der Besteigung des Ararat war noch etwas Kennenlernen von Ostanatolien geplant. 

Besuch der Insel Akdamar im Van-See

Unser Guide Firat begrüßte uns hier, ein junger, lustiger und sehr bemühter Kurde. Im Hotel bekamen wir erste Eindrücke, dass die Uhren in Ostanatolien etwas anders tickten. Bei manchen ging die Dusche nicht, bei anderen lag die benutzte Wäsche vom letzten Gast im Zimmer. Und Bier gab’s schon gar nicht im Hotel, muslimisches Land eben, meine Nackenhaare stellten sich auf 🙂. Außerdem hatte unser Reiseleiter Timo von Meine Welt Reisen ein „Bierverbot“ vor dem Berg ausgegeben. Aber alle waren sehr bemüht und wir ja sowieso flexibel. Deswegen führte uns Firat nach dem ersehnten Essen paar Kilometer weiter in eine der seltenen Bars, wo Alkohol verkauft wurde. Gute Stimmung kam auf. Der Wirt versuchte uns am Ende noch übers Ohr zu hauen, sodass wir den folgenden Abend Bier im Supermarkt kauften und im Zimmer tranken. Aber die gute Laune sollte uns die ganze Reise hinweg begleiten. Vor der Besteigung des Ararat war noch etwas Kennenlernen von Ostanatolien geplant. 

 

Besuch der Insel Akdamar im Van-See 

 

Nach dem etwas magerem Frühstück fuhren wir zu dem riesigen Van-See und setzten dort auf die kleine Insel Akdamar über. Hier befindet sich eine kleine armenische Kirche, die ein wichtiger Pilgerort für die Armenier ist. Die Beziehung Türkei – Armenien ist eine eigene schwierige Geschichte. Wir jedenfalls genossen die Bootsfahrt, die Aussicht auf den See, gingen baden und saßen lange im Cafe, im Schatten der Bäume. Ich wunderte mich beim Baden, dass meine Hände und Füße sich so schlierig anfühlten, später erfuhr ich, dass der Van-See ein Soda-See ist. Übrigens der größte Soda-See der Erde. Er ist hochalkalisch, hat also sehr hohe pH-Werte. Hat eine Weile gebrannt an verschiedenen Stellen, aber nichts was einen umhaut 🙂. 

 

Auf der Bootsfahrt zur Insel und zurück hatten wir gleich Riesen-Spaß, Firat und 2 puerto-ricanische Influencer-Mädels machten Stimmung mit türkischen Musik- und Tanzeinlagen. Nach dem feinen Mittagessen und den ersten Bieren des Tages fuhren wir zur Van-Burg. Eine mächtige Anlage, etwa 900 v.C. erbaut. Die Siedlungsgeschichte reicht hier noch einige Jahrtausende weiter zurück. Sehr gut erhaltenene Keilschrift-Tafeln finden sich hier in einem abgeschlossenen Bereich. Absolut sehenswert, wenn die sengende Hitze nicht wäre. Deshalb ging es danach noch in ein Cafe. Da trafen wir 2 Frauen, die den Ararat gerade bestiegen hatten. Die hatte es hart erwischt dort, im Schneesturm kämpften sie sich als Seilschaft nach oben. Bis jetzt sah unsere Wettervorhersage dagegen gut aus. 

 

Auf der Rückfahrt mit dem Shuttle liefen Ballermann-Hits, bei bester Laune und lautem Gegröle ging es zurück nach Van essen und paar Biere vernichten 🙂. Vor Aufbruch am nächsten Morgen besuchten wir noch eine Zuchtstation der einheimischen Katzen-Rasse. Die weiße Van-Katze hat oft ein gelbes und ein blaues Auge, charakteristisch soll aber die Fellzeichnung sein. Na ja, die armen Tiere sahen hier etwas räudig aus und ein Merkmal zu züchten, ist auch Geschmackssache. Aber wie vieles ist das subjektiv, objektiv ging es jetzt Richtung Ararat 🙂 

Ararat Besteigung Erfahrung
Ararat Besteigung Tilo

Umzug nach Doğubeyazıt an den Ararat

Wir fuhren also mit dem Shuttle nach Doğubeyazıt, eine Kleinstadt am Fuße des Ararat. Eine trockene, kahle Landschaft links und rechts, auf dem letzten Drittel der Strecke sahen wir die iranische Grenze rechtsseitig. Es gab hier mehr Checkpoints und gepanzerte Fahrzeuge an der Straße. Der immer näherkommende Ararat hüllte sich im oberen Drittel mit einer dichten Wolkendecke ein. Im Hotel angekommen, gab es wieder die gewohnten kleinen Ärgerlichkeiten mit den Zimmern und den Duschen, aber alles entspannt. Nach dem Einchecken fuhren wir noch zum Muradiye Wasserfall, spazierten dort eine Weile herum und tranken im Cafe den für meinen Geschmack leckeren Çay (Art schwarzer Tee). Diesen gibt es ab jetzt überall und jederzeit. 

Am Abend fuhren wir in ein feines Restaurant, auf dem Weg dahin stattete uns die Bürgermeisterin von Doğubeyazıt noch einen Besuch ab. Als Zweck des Besuches kann ich mir nur Werbung für den Tourismus hier vorstellen, aber ja, politische Absichten sind Rätsel für sich. Doch die Dame war entspannt und humorvoll. Sie hatte auch keine Wahl bei unserer Truppe 🙂. Wieder im Hotel, gab es noch paar Automaten-Bier, dann zwang uns eine leichte Aufgeregtheit in die Kissen. Morgen geht es zum Ararat. 

Die erste Etappe Trekking am Ararat zu Camp 1

Von der Terasse des 6. Stocks im Hotel hatte man einen herrlichen Ausblick auf die umliegenden Berge, die Aufregung stieg. Nach dem Frühstück fuhren wir eine halbe Stunde steinige Straßen entlang zum Dorf Eli auf 2200 m. Hier standen schon unsere Pferde für das schwere Gepäck: Zelte, Essen, Wasser, etc. Es begann zu gewittern, wir warteten noch paar Minuten im Shuttle. Große Hunde mit Stahlspitzen am Halsband liefen zwischen den Pferden umher. Das dient dem Schutz vor Wölfen, aber sah schon etwas gefährlich aus. Schließlich nahmen wir die 1000 Höhenmeter in Angriff, hinauf zu Camp 1 auf 3200 m. War relativ leicht zu laufen, allerdings je höher man kam, umso steiniger wurde es. Auf halbem Weg rasteten wir an einem Zelt, es gab wieder Çay. Hier wohnte ein Hirte und verkaufte verschiedene Dinge an Touristen. 

Unsere Zelte wurden gerade aufgebaut in Camp 1, das große Küchen- und Kochzelt blieb meist eine Saison lang stehen. Ein 1x1x2m großes Holzgerüst, mit Plastikplane ummantelt und Keramikplatte mit Loch war unser Gemeinschaft-Klo. Wir tranken erstmal Çay, richteten uns ein und liefen dann noch etwas aufwärts. Unser Kilimandscharo Guide Richard hatte uns letztes Jahr erklärt: hoch laufen, tief schlafen. Dann schläft man in der Höhe entspannter. Der Himmel wurde klarer, wir sahen erstmals den Gipfel des Ararat. Nach dem Abendessen gingen im Tal die Lichter in Doğubeyazıt an und wir hatten einen schönen Sonnenuntergang am Berg. 

Wir schliefen gut, war nicht so kalt über Nacht. Manu beschwerte sich natürlich, ich hätte wieder laut geschnarcht, aber das ist schon mehr Gewohnheit als Wahrheit 🙂. Insgesamt hatte ich mich arrangiert, es gefiel mir. Nichts im Osten Anatoliens ist perfekt, weit weg von deutschen Gepflogenheiten. Hier ist niemand pünktlich, ausgemachte Dinge werden nur zum Teil eingehalten, Umweltschutz, Hygiene und Müllentsorgung sind nur leere Begriffe. Aber man bemüht sich, ist sehr gastfreundlich, höflich und lebensfroh. Und durch eine Art „Gegenkultur“ wird einem die eigene Kultur wieder bewusster. 

Akklimatisations-Tag und Schönheit des Ararat

Heute war Akklimatisationstag. Das heißt: hoch laufen zu Camp 2 auf 4200 m und wieder zurück. Das klang nicht so schwierig, zumal wir Camp 2 schon von Camp 1 aus sehen konnten. Doch die Hitze und der sehr steinige steile Weg setzten uns schon ordentlich zu. Auch wurde uns bewusster, wieviele Menschen hier hoch und runterstiegen. Im 5-Minuten-Takt zogen Touristen vom Gipfel ins Tal bzw. Muli-Kolonnen auf und ab. Aller 200-300 Höhenmeter machten wir Rast, viel Trinken war ein Muss am Berg. Am Anfang noch Ballermann-Lieder auf den Lippen verstummten diese zunehmend 🙂. Kurz vorm Camp 2 bogen wir dann auf einen ruhigeren Hügel ab und machten eine längere Rast vorm Abstieg. 

Dieser war in dem steinigen Gelände nicht viel einfacher. Unten angekommen, war noch Anprobe der Steigeisen für den übernächsten Tag. Über eine mitgeschleppte Box lief Partymusik und diverse Tanzeinlagen hielten die Stimmung hoch 🙂. Nach uns war noch eine Gruppe von 5-6 jungen Polen angekommen, alle gut durchtrainiert. Sie wollten am nächsten Tag mit uns aufsteigen, doch den ersten erwischte es noch am Abend mit Übelkeit. Wasser aus der Leitung sollte man in der Türkei nicht unabgekocht trinken, vielleicht lag’s daran, keiner wusste das. Sie blieben am nächsten Morgen jedenfalls liegen, alle hatten mittlerweile Magenprobleme. 

Der Weg zum Ararat

Umzug von Camp 1 nach Camp 2 auf 4.100 m

Wir blieben verschont, so ging es am Morgen hoch zu Camp 2 zum Übernachten. Die Strecke kannten wir schon, was diese jedoch nicht leichter machte. Unsere Lastenpferde zogen auf halben Wege an uns vorbei und als wir oben ankamen, mussten die meisten der Zelte noch aufgebaut werden. So versorgten wir uns erstmal mit Çay und Kaffee und genossen die freie Sicht ins tief liegende Tal. Toiletten gab es hier keine, jeder suchte sich einen Fleck, keiner wollte sich jetzt auch vorstellen was und wo hier über die Jahre hinterlassen wurde. Wir waren zu aufgeregt, diese Nacht war Aufstieg. Ich schlief soviel ich konnte, gepackt haben wir dann, nachdem unser Wecker uns 1 Uhr aus dem Schlaf geholt hatte. Wir tranken noch soviel wir konnten, dann ging es in die Nacht hinaus. 

Am Hang waren schon viele Stirnlampen von vor uns gestarteten Gruppen zu erkennen. Der Weg war sehr eng, steil und steinig. Starren Blickes, immer die Schuhe des Vordermannes im Blick, stampften wir langsam bergan. Stunden in der Dunkelheit vergingen, man schaute automatisch nicht nach oben, da sah man eh nichts. Bis auf leichte Atemprobleme und einmal Übelkeit blieben wir von größeren Hindernissen verschont. Die Morgenröte stieg rechts am Hang herauf. Zwischenzeitlich kamen vereinzelt Leute aus anderen Gruppen herunter, sie hatten es nicht geschafft. Es wurde heller und vor uns breitete sich ein breites Plaetau aus  Schnee und Eis aus. Die Luft war dünn und es bereitete Mühe die Steigeisen anzulegen. 

Gipfelbild am Ararat

Den Gipfel des Ararat geschafft!

Irgendwann hatten wir den schönen Gipfel im Blick. Genau senkrecht darüber, die strahlende Sonne. Auch wenn es die letzten Höhenmeter nochmal steiler wurde, spätestens jetzt hatte man die letzte Motivation. Unsere Gruppe hatte es komplett geschafft, wir freuten und umarmten uns. Danach Fotos, Fotos und nochmal Fotos 🙂. Wir blieben einige Zeit am Gipfel, irgendwann drängte Firat, da wir ja heute noch 2 Camps tiefer mussten. Der Abstieg war nicht viel entspannender, aber der Kopf war frei. 

Nach schier endlosen Stunden abwärts mit Steigeisen, da wir einen schneereicheren Weg nach unten wählten, erreichten wir wieder Camp 2. Hier hatten wir eine Stunde zur Stärkung. Firat schrie öfter mal andere Bergtouristen an, die vom Weg abwichen und über uns Steine ins Rollen brachten. Er wußte warum, der steile Hang war so voll von großen Steinhaufen, wenn sich da einer löste, der schoß wie eine Kannonenkugel ins Tal. Den Polen ging es mittlerweile besser, wir trafen sie in Camp 2. Sie sollten kommende Nacht den Gipfel erreichen. Nach weiteren Stunden erreichten wir erschöpft und glücklich Camp 1. Viel passierte hier nicht mehr: Unsere Reiseleiter Timo spendierte das erste Bier 🙂, dann nur noch Essen, Trinken, Schlafen. 

Ararat nach dem Gipfel

Abstieg ins Dorf Eli & Besuch des Ishak-Pascha-Palast

Am folgenden Morgen liefen wir entspannt etwa 2 Stunden abwärts zum Dorf Eli, wieder mit Rast beim Hirten. Angekommen bei den Shuttles gab es noch ein Ziel-Bier, dann freuten sich alle auf die erste Dusche. Viel Zeit zum Ausruhen war allerdings nicht, Touristen-Programm lief weiter. Am Nachmittag fuhren wir zum Ishak-Pascha-Palast, ein beeindruckendes Bauwerk inmitten einer kargen bergigen Landschaft. 2 Stunden etwa erklärte uns Firat einiges über Seldschuken und Osmanen, Paschas und Harems. Sehr interessant und soweit weg von unserer Kultur. Einige kostümierte Jungen sah man mit ihrer Familie durch den Palast spazieren, diese werden beschnitten, erklärte uns Firat. 

Hamam & traditionelles kurdisches Abendessen

Am späten Nachmittag fuhren wir zu einem Hamam, einem türkischen Badehaus. Das wollten wir mal probieren. War ganz entspannend, zuerst wurde einem mit bürstenartigen Lappen der Körper gerieben, die Gliedmaßen gestreckt und gereckt. Abwechselnd wurden wir mit Schalen aus kaltem und warmem Wasser übergossen, dann massiert und eingeseift. Sauna und Schwimmbad gab auch noch. Das Prozedere dauert etwa 20 Minuten. Als der eine der beiden Masseure aus irgendwelchen Gründen verschwand, wussten wir, dass wir bei 11 Personen hier noch paar Stunden verbringen. Ich kam lädiert wieder raus, da ich mir bei einer Arschbombe im Bad den Fuß verstauchte 🙂. 

Zum Abendessen waren wir bei Firat’s Familie, Kurden, eingeladen. Zuerst wurden wir in einem herrschaftlich hergerichteten Gästezimmer platziert bis die Frauen aufgetragen hatten. Dann wurde im langen Flur am Boden serviert. Das war lustig, da keiner von uns wusste, wie er die geschundenen Knochen drehen sollte, um bequem zu sitzen. War jedenfalls sehr gute Küche und Firat erklärte noch einiges zu seiner Kultur. Alkohol gab es hier natürlich keinen und so sehnten wir uns nach dem Bier spuckenden Hotel-Automaten 🙂. Zudem hatten wir Angst, die Polen könnten auch schon da sein und uns die begrenzten Biere im Automaten streitig machen. Die trinken bekanntermaßen auch nichts 🙂. 

Arche Noah & Ausflug an den Fischsee

Morgens darauf fuhren wir eine Stunde zum angeblichen Fundort der Arche Noah. Man hatte da nahe der iranischen Grenze ein Gebilde im Berg entdeckt, welches Ausmaße entsprechend der biblischen Arche hatte. Reportagen zufolge wurde mit modernsten technischen Mitteln noch nichts von einer Arche gefunden, aber egal, den Tourismus hier könnte es voranbringen. Dazu müßte allerdings das mickrige Museum bisschen aufgepeppt werden. Am Berg sah man Türme der Grenzposten. Firat erzählte von einem Touristen, mit dem er hier war. Der hat eine Drohne steigen lassen Richtung Berghang. Nicht lange, und die Posten hatten die Frequenz und lotsten die Drohne zum Postenturm. Der war schockiert und fragte, was er jetzt machen soll. Nichts, antwortete Firat, vergiss die Drohne 🙂. 

Schon auf der Herfahrt wurde es in unserem „Partybus“ lauter und lauter. Wir waren zunehmend entspannt. Am Nachmittag, auf der Fahrt zum Fischsee war Ballermann ohne Pause angesagt. Ich kannte die ganze Musik nicht, trotzdem entstand eine Gruppendynamik, die uns alle nur noch grölen ließ. Dort angekommen, zog es mich erstmal in den See. Dann gab es hier gefangene Forellen, gebraten in der Pfanne hinter dem Gebäude. Dazu reichlich Raki. Die Enthemmung setzte sich fort. Wir waren eigentlich die Touristen, die keiner vor seiner Haustüre sehen will. Doch niemand wollte die gute Laune kippen. 

Nachdem uns die Türken einen Riesen-Lautsprecher mit türkischer Musik neben das Auto stellten, damit sie unsere Musik nicht mehr hören mussten, war die Zeit aufzubrechen. Was nicht hieß, dass es auf der Rückfahrt leiser wurde. Unsere beiden älteren Fahrer litten bis sie uns nach knapp 2 Stunden am Hotel entsorgen durften. Abends nochmal ins Restaurant, dann ist die Zeit in Doğubeyazıt, am Ararat, um sich zu verabschieden. Vielleicht denkt die Bürgermeisterin nach uns nochmal neu nach über die touristische Erschließung ihres Gebietes 🙂. 

Istanbul & Bosporus

Wir verabschiedeten den schönen Berg Ararat heute. Er stand lange vor uns hier und wird uns überdauern. Die lange Fahrt nach Van zum Flughafen verlief entsprechend ruhig. Wir waren eine gute Truppe gewesen, alle haben sich bestens vertragen und geholfen. Für die Hälfte von uns ging es heute über Istanbul nach Deutschland. Wir und 4 weitere Personen blieben noch 3 Tage in Istanbul. Dort angekommen, fanden wir lange in dem riesigen Areal unser Shuttle in die Innenstadt nicht. Endlich gefunden, fuhren wir noch 90 Minuten bis zum Hotel durch völlig überfüllte Straßen. Lärm, Hektik, Menschenmassen, Istanbul hatte uns einverleibt. 

Das Hotel lag zentral, war einfach und hatte eine herrliche Dachterrasse. Wir wollten nach dem Einchecken noch auf den Bosporus, eine Bootsfahrt machen. Am Ufer warben aller paar Meter Anbieter von Schiffstouren. Wir entschieden uns für ein kleineres Schiff und ohne Wartezeit ging es aufs Wasser. Das war wunderbar entspannend, weit ab dem Gelärme glitten wir 2 Stunden lang an vielen Sehenswürdigkeiten Istanbuls vorbei. Kreuzfahrtschiffe standen am Ufer und ab und zu kamen russische Frachtschiffe vorbei. Dann wippte unsere Nussschale ordentlich. Wenig später hatte uns die wabernde Menschenmasse in der Stadt wieder eingesaugt. Die Anreise war stressig, wir wollten jetzt nur noch Essen und Trinken. Wir fanden ein kleines Restaurant mit Bier aus Blechkannen. Am Abend gingen noch einige spazieren in die Stadt, ich wollte nur noch auf die Dachterrasse. 

Am folgenden Morgen schrieb mir Firat, er würde uns eine Stadt-Führerin für den ersten Tag hier schicken. Diese stand dann auch 5 Minuten später auf der Matte. Viel Zeit zum Luft holen hatten wir nie 🙂. Erster Anlaufpunkt war die schöne Hagia Sophia, eine um 530 n.C. erbaute byzantinische Kirche, zwischenzeitlich Museum, heute Moschee. Kleiderordnung war heute zu beachten, Frauen sollten ihre Arme, Beine und Haare bedecken, Männer Hosen bis über die Knie. Deshalb war es heute grausig für mich, in langen Hosen durch die heiße Stadt. Aber es war sehr sehenswert, unser weiblicher Guide war auch kompetent. Über einen gepflegten Platz mit Obelisk und Schlangensäule kamen wir danach zur Blauen Moschee, die einzige Moschee mit 6 Minaretten, etwa 1600 erbaut. Wunderbare osmanische Handwerkskunst und Architektur sind hier zu bewundern: die blau-weißen Fliesen oder die feine Komposition der vielen Kuppeln. 

Unter dem Vorwand uns eine Zisterne zu zeigen, landeten wir dann, man kennt es schon, bei einem Teppich-Händler 🙂. Das ist auch immer wieder interessant, was diese über die Herstellung erzählen, aber hey, wer schleppt danach einen Teppich für 10000 € mit nach Hause? Aber scheint sich trotzdem zu lohnen, sonst würde er das nicht tun. Für mich stand jetzt Höchststrafe an, der Besuch des Großen Basars. Die Frauen-Augen glänzten, während wir an endlosen Schmuck-, Taschen- und Klamotten-Läden vorbeispazierten. Ich muss eingestehen, es war weitaus diskreter als in Marokko oder Ägypten auf Basaren, niemand wurde aufdringlich. Aber ansonsten, nicht mein Ding halt. 

Unser Guide bot uns an, uns morgen noch weiter durch Istanbul zu führen und da es heute gut geklappt hatte, nahmen wir das Angebot an. Wir kehrten ins Restaurant von gestern zurück und nahmen wieder einige Blechkannen zu uns. Tags darauf war unser Guide pünktlich und wir starteten zum Topkapı-Palast. Dieses riesige Areal, unterteilt in 4 Höfe, war jahrhundertelang der Wohn- und Regierungssitz der Sultane sowie das Verwaltungszentrum des Osmanischen Reiches. Hier gewinnt man Informationen über die Personen, Hierarchien und Aufgaben bei Hofe, über Sultane, Prinzen, Eunuchen, Haremsdamen und Sklaven. Zudem sind hier enorme Schätze an Gold und Edelsteinen ausgestellt, aber auch Reliquien wie Fußabdrücke und Haare Mohameds. 

Erschlagen von all den Informationen liefen wir lange durch die aufgeheizte Stadt zur Süleymaniye-Moschee. Darauf schlug uns unsere Stadtführerin vor zu einer Gondelstation Eyüp zu fahren, wo man hoch zu einer Aussichtsplattform fahren kann. Ab hier wurde es dann nervig. Nach ewigem Warten in der prallen Sonne kam der Bus. Voll und bei stickiger Luft fuhren wir damit eine halbe Stunde. An der Gondelstation meinte unsere Stadtführerin dann, ab hier müsse sie uns allein lassen, sie hat Arzttermin. Upps, und wie kamen wir in dem Moloch zurück? Naja, bekanntermaßen frisst Aufregen immer nur Energie, deswegen liefen wir erstmal zur schönen Aussicht rauf und überlegten. Letztendlich fand sich nicht weit weg von uns eine Haltestelle der Fähre, mit der man sehr günstig zur Galata-Brücke kam. Ab da wußten wir weiter, ging eh erstmal nur zum gewohnten Restaurant 🙂. 

Am nächsten Morgen schauten wir uns noch die schöne spätantike Cisterna Basilica an, Manu wollte derweil zum Galata-Turm, bummeln. Die Zisterne war riesig und sehr gut erhalten, verschiedene Lichtspiele machen diese nur beeindruckender. Unser Shuttle kam am frühen Nachmittag und brachte uns zum Airport. Die Zeit rennt und stoppt nicht. 

Unsere beliebtesten Reisen auf den Ararat

Die schönsten Reisen zum Ararat, die Besteigung und das Rahmenprogramm.

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