Reisebericht zum Karakorum Trekking in Pakistan
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Reisebericht zum Karakorum Trekking in Pakistan

Reisebericht zum Karakorum-Trekking in Pakistan

Lesen Sie alles über das Abenteuer K2 - Nanga Parbat Trekking

Dieser faszinierende Reisebericht nimmt Sie mit auf eine Reise nach Pakistan, auf ein Trekking in eine der abgelegensten Berglandschaften dieser Erde und zu einem Ort, wo deutsche Bergsteigergeschichte geschrieben wurde.

Meine Trekkingreise in Pakistan begann in Islamabad und führte mich über die Ortschaften Skardu und Askole zum mächtigen Baltoro-Gletscher, tief im höchsten Gebirge unserer Erde – dem Karakorum. Schließlich erreichte ich den berühmten Concordia-Platz, den Zusammenfluss von mehreren gigantischen Gletscherströmen, wo gleich 4 Achttausender-Berge in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander in die Höhe ragen. Der Ausflug zum Nanga Narbat, dem Schicksalsberg der Deutschen und die Erkundung des 5. Achttausender-Gipfels des Landes rundete die Tour ab. 

Unvergessen für die Ewigkeit und wie ins Gedächtnis gebrannt, haben sich für mich die Momente, als sich die Blicke auf den K2 oder auch den Nanga Parbat öffneten und sich diese Berggiganten in voller Größe vor mir erhoben. Auch das einwöchige Trekking entlang des reißenden Braldu-Flusses und später ca. 30-40 km direkt auf dem Baltoro-Gletscher hinter zum Concordia-Platz werde ich nie wieder vergessen. Von dieser unglaublich intensiven Zeit werde ich bestimmt noch meinen Enkeln erzählen…

Pakistan Reisezeit Meine Welt Reisen Concordia

Ankunft in Pakistan – die Hauptstadt und das Spiegelbild

Pakistans schönste Städte

Von Berlin aus führte mich meine Abenteuerreise nach Pakistan. In den sehr frühen Morgenstunden landete ich am Flughafen in Islamabad. In der Ankunftshalle erwartete mich bereits der Fahrer und brachte mich unmittelbar zum Hotel, im Blue Distrikt der Hauptstadt. Noch schlief ein Großteil der Stadt, aber ich konnte bereits spüren, dass ich innerhalb von nur wenigen Flugstunden in eine ganz andere Welt hineinkatapultiert wurde. 

Sehr viel Zeit zum Ausruhen blieb mir im Hotelzimmer dann nicht – ein kurzes Nickerchen musste reichen. Um 10:00 Uhr war die gesamte Reisegruppe zum Frühstück verabredet und somit lernte ich erstmals alle gleichgesinnten Abenteurer kennen. Direkt im Anschluss starteten wir auch bereits zur City-Tour. Islamabad hat viel zu bieten. Die Stadt, welche am Reißbrett entworfen wurde und viel zivilisierter und geordneter als andere pakistanische Städte ist, löste Anfang der 1980er Jahre die vorläufige Hauptstadt Rawalpindi ab. 

Unser Tag war vollgepackt mit Sehenswürdigkeiten. Am meisten haben mich der Ausblick vom Daman-E-Koh Aussichtshügel über die Stadt und die Besichtigung der Faisal-Moschee beeindruckt. Der Daman-E-Koh Park ist eine Kombination aus Treffpunkt der Einheimischen, Blumenmeer und Müllplatz. Dieses surreale Zusammenspiel wird sich noch einige Male wiederholen. Die Faisal-Moschee, benannt und finanziert durch den ehemaligen König Saudi-Arabiens, ist überaus beeindruckend. Mit Platz für über 74.000 Gläubige und den reichen Verzierungen ist dieses Gebäude wirklich ein Monument und Blickfänger der gesamten Stadt. 

Nach diesen beiden Highlights ging es nach Rawalpindi. Diese wild gewachsene Stadt, welche mittlerweile fast mit Islamabad verschmolzen ist, ist komplett anders als Islamabad. Die Stadt gleicht einem riesigen Netz aus quirligen Märkten, verwinkelten Gassen und engen Wohnvierteln. Hier bewahrheitete sich meine Vorahnung vom Taxi gestern und ich fühlte mich vom Aussehen der Menschen und dem wuseligen Treiben her sofort an das mir bereits bekannte Indien erinnert. Aufgrund der gemeinsamen Geschichte beider Länder bis 1947 ist dies auch klar. Dieser aufregende 1. Tag voller Eindrücke ging mit einem überaus leckeren Abendessen allmählich zu Ende. Glücklich und zufrieden fiel ich in mein Bett…

Auf nach Skardu – dem Bergsteigerzentrum

Flug nach Skardu Pakistan

Die vergangene Nacht war erneut etwas kürzer, da wir sehr früh zurück zum Flughafen von Islamabad aufbrachen. Aber meine Müdigkeit weichte schnell einer unendlichen Aufregung, denn erstens stand uns ein spektakulärer Sichtflug über die endlosen verschneiten Gipfel des Karakorums bevor und zweitens rückte das Trekking nun immer näher. Ein Flug mit Pakistan International Airlines (PIA) sollte uns also nach Skardu, dem Bergsteigerzentrum Pakistans, bringen. Bei 15 Kilo Freigepäck war es angebracht, mit den Bergstiefeln an den Füßen und der Kamera um den Hals zu fliegen. So konnte ich ein wenig Gewicht meiner Tasche reduzieren. 

Am Flughafen angekommen, wurde unsere Gruppe gemeinsam eingecheckt, alle Gepäckstücke auf eine Waage geworfen und diese von weitem ohne weitere genaue Blicke bzgl. des Gewichts als gut befunden. Also haben sich die Gewichtseinsparungen offensichtlich gelohnt oder waren gar nicht notwendig. Die Sicherheitskontrollen am Flughafen waren überraschenderweise sehr streng, viel strenger als bei den mir bekannten Flügen innerhalb Europas.

Nun ging es direkt rein in den Flieger. Das Stichwort hieß Fensterplatz – zum Glück konnte ich einen solche auch ergattern! Dann hob die kleine Maschine mit rund 80-100 Passagieren bereits ab, auf in die Berge nach Skardu. Schon nach wenigen Minuten Flugzeit zeigten sich die unendlichen Berge des Karakorums. Es ist ein absoluter Wahnsinn, wie diese Eisriesen uns zu Füßen lagen. Der Gipfel des Nanga Parbat schien zum Greifen nah, nur wenige Kilometer vom Flugzeug entfernt. Nach nur knapp einer Stunde Flugzeit bogen wir in ein enges Tal mitten in den Bergen ein – Skardu war nun in Sichtweite. Das war bereits so früh auf dieser Reise ein phänomenales Highlight – wohl der beste Flug meines Lebens!

In Skardu gelandet, werden die Reisepässe und das Permit für das Trekking gecheckt. Den Rest des Tages nutzten wir, um von der Hotelterrasse auf den Indus-Fluss und die beeindruckende Bergkulisse zu blicken und um uns langsam an die neue Umgebung anzupassen. Am nächsten Tag schauten wir uns in dem kleinen Städtchen um, stiegen hinauf zur alten buddhistischen Kharpocho-Festung, besuchten eine lokale Schule und eine Moschee. Wir hatten sogar das Glück, dass wir zufällig im Provinz-Stadion einem Spiel namens Buzkaschi beiwohnen durften – bei dem uralten Reiterspiel steht ein Ziegenkadaver im Mittelpunkt, welcher gekonnt über das Spielfeld manövriert und an einem ganz gewissen Punkt abgelegt werden muss, um einen Punkt zu erzielen. Die grölenden Einheimischen waren auf jeden Fall außer sich vor Begeisterung und wir waren um ein authentisches Erlebnis reicher.

Abenteuerliche Jeep-Fahrt zum Trekking-Ausgangspunk

Camp Jola K2 Basecamp Trek

Schließlich war es soweit – wir verließen die Zivilisation und mit abenteuerlich aussehenden sehr robusten 4×4 Jeeps ging es von Skardu hinein in den wilden Karakorum. Unser Ziel war Askole – diese kleine abgeschiedene Ortschaft liegt je nach aktuellen Straßenverhältnissen 6-8 Stunden von Skardu entfernt und dient als Ausgangspunkt der Tour. Zuerst lief alles nach Plan und wir konnten die spektakuläre Bergkulisse um uns herum trotz schlechter werdender Straße (kein Asphalt mehr) genießen. Doch dann versperrte ein Erdrutsch auf 500 Meter Länge die Straße. 

Das hieß Gepäck ausladen und schnell die gefährdete Stelle passieren, um danach direkt wieder in andere Geländewagen einzusteigen, welche bereits auf der anderen Seite warteten. Doch dann war es geschafft und wir kamen am Nachmittag in Askole an. Hier trafen wir auf das gesamte Begleitteam, welches uns die nächsten knapp 2 Wochen durch die Berge begleiten sollte. 

Für uns wurden zum ersten Mal die Zelte aufgeschlagen und es gab eine kleine Vorstellungsrunde – gar nicht so einfach bei unzähligen Trägern, Maultiertreibern, Köchen, Hilfsköchen, Hilfs-Guides usw. – da kommt für so eine kleine Trekkinggruppe eine ganz schön große Begleitmannschaft zusammen – aber klar, bei der großen Menge an Lebensmitteln, Ausrüstung usw., welche doch für 2 Wochen ohne jegliche Zivilisation gebraucht werden. Dann verkrochen wir uns das erste Mal in die gemütlichen Schlafsäcke und bestaunten den von Sternen übersäten Himmel – traumhaft, da es hier kaum eine Lichtverschmutzung weit weg von größeren Ortschaften gibt.

Das Trekking bis zum Concordia-Platz

Pakistan Trekking Karakorum

Am Morgen genossen wir zum ersten Mal ein typisches Trekking-Frühstück, wie es für die kommende Zeit alltäglich werden wird, in unserem geräumigen Essenszelt. Dann wurde auch bereits das gesamte restliche Gepäck verpackt und für den Abtransport vorbereitet. Ab jetzt hieß es immer tiefer hinein in die abgeschiedene Bergwelt des Karakorums mit der Trekkingroute: von Askole über die Camps Jhola, Paju, Khorburtse, Urdukas und Camp Gore II zum Concordia-Platz. Die ersten Trekkingtage waren äußerst anstrengend – die extreme Sonneneinstrahlung und das warme Klima waren unerwartet und machten die Tour bis Paju zur wahren Herausforderung. Dort erwartete uns ein traditioneller Ruhetag, an dem unsere Träger ihr Chapati (einheimische Brotfladen) für die kommenden Tage vorbereiteten. 

Denn in den nächsten Tagen, wenn es dann direkt auf den Gletscher geht, werden die Möglichkeiten begrenzter. Den Tag in Paju nutzen wir bei strahlendem Sonnenschein, um uns nochmal ausgiebig zu waschen, die Kleidung zu trocknen und das Gepäck vorzubereiten. In der Ferne konnten wir bereits verheißungsvoll den riesigen Baltoro-Gletscher erspähen und auch die berühmten Felsnadeln der Trango-Türme schienen nur so auf unser Ankommen zu warten.

Am Folgetag ging es dann auch schon weiter und innerhalb von nur zwei Stunden gelangten wir zum riesigen Gletschermund des Baltoro, dort wo der Braldu-Fluss, welcher später bei Skardu in den berühmten Indus fließt, seinen Ursprung hat. Der Aufstieg auf den geröllbeladenen Gletscher war nicht ohne. Wir begannen im wilden Zickzack und stetigen auf und ab, den optimalen Weg über den mit Schutt beladenen Eisriesen zu suchen. Nur an wenigen Stellen funkelte hier das tiefblaue Wesen des Gletschers hervor. Unser Guide Fida verriet uns, dass dieser Weg jeden Sommer nach den starken Veränderungen des Gletschers über den Winter neu erschlossen werden muss.

So hob sich dies Tagestour auf dem Gletscher bedeutend von den Wanderungen der Vortage ab. Auch wenn heute verhältnismäßig wenig Höhenmeter zwischen Ausgangspunkt und dem Ziel zu überwinden waren, war die Tour insgesamt beschwerlich. Im Anschluss arbeiteten wir uns Tage lang mit einmaligen Ausblicken auf die vielen eindrucksvollen 6.000er und 7.000er Berge und unzähligen Nebengletscher, welche sich rechts und links von uns auf den Baltoro schieben, hinauf Richtung dem Highlight des Trekkings.

Das Camp Gore II war dann das erste Camp, bei welchem wir direkt auf dem Gletscher übernachteten – kleine Steinmauern schützten dabei unser Camp vor den eisigen Winden. Wie jeden Tag, sind auch heute bereits die Träger und Köche vor uns im Camp eingetroffen und schon fleißig bei der Arbeit. So gut wie immer waren die Zelte schon aufgebaut und das Gepäck stand bereits für uns bereit. 

Ebenso war das Verpflegungszelt aufgebaut und heißes Wasser für Tee und Kaffee standen schon auf dem Tisch. Der Service des stets umsichtigen Begleitteams war schon extrem beeindruckend. Mit so viel Komfort mitten in diesem abgelegenen Hochgebirge hätte ich nicht gerechnet.

Der Concordia-Platz mit Blick auf den K2

Meine Welt Reisen Reisezeit K2 Basecamp
Pakistan Concordia Platz

Vom Camp Gore II war es nicht mehr weit bis zum Concordia-Platz und die Vorfreude stieg ins Unermessliche. Dann, wie aus dem Nichts, schob sich die Gasherbrum-Kette mit dem sehr prägnanten Gipfel des „G IV“ ins Bild und jetzt ließ sich erahnen, was uns erwarten würde. Bizarr ragten immer mehr kolossale Bergriesen neben uns in den Himmel. Nachfolgend erreichten wir schließlich dieses legendäre Gletscherbecken, wo unzählige Eisströme aus allen Himmelsrichtungen zusammentreffen und sich vereint als Baltoro-Gletscher in Richtung Tal schieben. Wir hatten das Herz des Karakorums erreicht – nirgendwo anders auf der Welt stehen in so einer hohen Konzentration gewaltige Gebirgsriesen direkt nebeneinander – Broad Peak, K2, G1, G2 und die gesamte Gasherbrumkette, Chogolisa, Baltoro Kangri usw. – ich wusste zuerst gar nicht, welchen Berg ich zuerst bestaunen sollte. Aber ein Berg, der K2, „der Berg der Berge“ übertraf alles – sein Anblick war nicht in Worte zu fassen und die Faszination, welche ihn umgibt, nun auch für mich unmittelbar greifbar.

In dieser einzigartigen Region hatten wir dank unseres Programms genügend Zeit für Erkundungen. Unter anderem besuchten wir das Basislager des Broad Peak und natürlich auch des K2. Es war schon verrückt, hier auf über 5.000 m Höhe am Fuße dieses zweitgrößten Kolosses der Erde zu stehen, sich so extrem klein zu fühlen und zu wissen, dass es noch über 3.500 m bis zum Gipfel sind…Der Besuch beim K2 Memorial stimmte uns nachdenklich und wir begriffen wie nahe Glück und Unglück für viele Bergsteiger an diesen extremen Bergen beieinander liegen.

Nach diesen straffen Wanderungen in extremer Höhe gönnten wir uns noch einen Ruhetag in Concordia, dem wohl schönsten Fleckchen Erde für Bergliebhaber. Wir machten den gesamten Tag nichts anderes als einen Stuhl vor unsere Zelte zu platzieren und bei einigen Tassen Tee die phänomenalen Ausblicke auf die Berge zu genießen. Die Wolkenformationen um die Gipfel herum waren ein Spektakel und die Sonne schien so stark, dass trotz der eisigen Umgebung in extremer Höhe manchmal keine Jacke notwendig war. In dieser Situation schienen alle Sorgen des Alltags für mich wie weggeblassen und gefühlt war ich auf einem anderen Planeten.

Überschreitung des Gondogoro La Pass

Camp Ali 2 K2 Basecamp Trek

Nach dem Ruhetag ging es weiter zum nächsten Highlight der Reise. Über den Vigne-Gletscher, welcher kaum noch mit Geröll beladen war und in schönsten Weiß- und Blautönen glänzte, ging es in Richtung Ali Camp – dem Ausgangspunkt für die Überschreitung des Gondogoro La. Während unsere Guides noch die Fixseile an der Aufstiegsroute befestigten, gab es von den Trägern im Camp eine traditionelle Tanzeinlage, um die Berggötter für den nächsten Tag milde zu stimmen. 2:00 morgens am Folgetag starteten wir. Noch ca. 1 Stunde stapften wir über den Vigne-Gletscher bis zum Tal-Ende, bis wir den Fuß der Bergwand erreichten. Der folgende Aufstieg vollzog sich über viele Stufen im Eis, welche durch vorhergehende Trekker der bisherigen Saison bereits errichtet wurden. Mit Hilfe dieser und den gelegten Fixseilen war der Aufstieg gut machbar. Unser Weg war gesäumt von wundervollen haushohen Seracs und mächtigen Gletscherspalten. Nach einigen Stunden der Anstrengung haben wir es schließlich geschafft und erreichten mit ca. 5.600 m den höchsten Punkt der Tour – der Blick zurück auf das Gipfelmeer des Karakorums war unbezahlbar. Im Anschluss folgte ein abenteuerlicher Abstieg, welcher zwar unvergletschert, dafür aber von einer ziemlichen Steilheit und großen Menge an losem Geröll geprägt war. Entlang der Seitenmoräne des Gondogoro-Gletschers und vorbei am formvollendeten Laila Peak ging es nun in großen Schritten in Richtung Hushe-Tal. Auf einmal verließen wir die eisige Welt und alles wurde schlagartig wieder grüner – die Zivilisation rückte nach 2 Wochen wieder näher. Letztendlich holten uns auch bereits die Jeeps ab und über eine erneut großartige Strecke ging es retour nach Skardu. Mit einem weinenden Auge blickte ich zurück mit dem Bewusstsein, dass ein Großteil dieser einmaligen Reise bereits hinter mir lag, gleichzeitig war ich jedoch auch froh darüber wieder eine heiße Dusche und ein warmes Bett haben zu dürfen. Wie schnell man wieder für selbstverständlich erachtete Dinge schätzen lernt…und natürlich wartete noch ein weiteres Highlight auf uns…

Auf zum Nanga Parbat

Camp Khuispan K2 Basecamp Trek
Fahrt zum Nanga Parbat

Wir ließen Skardu hinter uns und fuhren entlang des weltberühmten Karakorum Highways vorbei an vielen kleinen Dörfern in Richtung Nanga Parbat. Ein kleiner Stopp am Treffpunkt der 3 großen Gebirgszüge war natürlich fest eingeplant. Am Horizont konnten wir die Berge des Himalayas, des Karakorums und des Hindukuschs erblicken – das war schon ein erhabenes Gefühl.

Nach einer Fahrt mit vielen Hindernissen – mal blockierte eine Autopanne die Straße, mal ein Erdrutsch – erreichten wir nach schließlich 10 anstatt 6 Stunden Fahrt die Raikot-Brücke. Aber so ist das nun mal in diesen Ländern und es ist Teil des Abenteuers, auf welches man sich auf Reisen wie dieser einlässt.

Die nächsten zwei Stunden rasanter Jeepfahrt hinauf zum kleinen Dorf Tato, von wo aus es nicht mehr weiter zur Märchenwiese ist, waren die aufregendsten Stunden meines gesamten Lebens. Am Fuße des Bergs, weit unten im Tal, holten uns die Jeeps ab und wir fuhren auf einer extrem schmalen, aus den Bergwänden herausgesprengten Piste immer weiter hinauf. Die Straße war dabei unwesentlich breiter als die Fahrzeuge selbst und zu einer Seite ging es mehrere Hundert Meter senkrecht hinunter. Entgegenkommende Jeeps und abenteuerliche Manöver zum Passieren ließen den Puls nochmal nach oben gehen, bis wir in Tato, ca. 1.000 m unterhalb von der Märchenwiese eintrafen. Kurz vor der Dunkelheit erreichten wir diese dann letztendlich.

Die Märchenwiese am Nanga Parbat

Pakistan Info Titelbild Nanga Parbat

Die Märchenwiese, eine kleine Bergalm im Schatten der Nordseite des Nanga Parbats ist ein traumhaftes Örtchen. Im Vergleich zu dem Gesehenen in der Baltoro-Region war nun alles viel grüner – Kiefern- und Fichtenwälder ragten förmlich bis an die Gletscher heran. Mittlerweile stehen hier oben bescheidene Holzhütten mit kleinen Terrassen inkl. Ausblick auf den Nanga Parbat, es gibt fließend Wasser und sogar einen Polo-Platz für die Einheimischen. Wir genossen diesen Ort mit seiner natürlichen Schönheit, aber auch ausgelassenen Stimmung der Einheimischen. 

Für die kommenden 2 Tage wanderten wir noch näher an die Nordwand des „Killer-Bergs“ über den Ort Bayal heran und gingen am ehemaligen Base Camp des Achttausenders auf die Spur deutscher Bergsteigergeschichte – unter anderem steht hier die Gedenktafel des deutschen Bergsteigers Alfred Drexel – er und viele weitere Landsleute verloren hier in den 1930er Jahren am Berg ihr Leben und daher verlieh man dem Berg den Beinamen „Schicksalsberg der Deutschen“.

Unser Rückweg nach Islamabad

Die letzten Tage lagen vor uns. Ein kurzer Marsch von der Märchenwiese zurück nach Tato und eine erneut rasante Fahrt hinunter zur Raikot Brücke brachten uns zurück ins Tal. Nun lagen noch zwei Tage Fahrt im Minibus vor uns, die wir recht gut meisterten. Die vorbeiziehende Landschaft war stets sehr interessant und niemals langweilig. Die Menschen auf den Feldern, Schuttkegel an den Bergen und riesige Felsen in den Flüssen waren ein typisches Bild dieser Zeit.

Je näher wir der Hauptstadt Islamabad kamen, desto besser und breiter wurden die Straßen. Irgendwann thronte ein riesiges Schild über der Straße, welches den Eingang zur Stadt kennzeichnete.

Gegen Nachmittag erreichten wir das Hotel in der Stadt und hatten noch ein wenig Zeit uns auf das Abendessen vorzubereiten. Zum Abschluss dieser unvergesslichen Reise genossen wir ein überaus leckeres Abendessen über den Dächern der Stadt und ließen das Geschehene Revue passieren. Es wird wohl noch eine ganze Weile dauern, um zu realisieren, was wir hier in Pakistan erleben durften…

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